Ich bin mir sicher, viele von euch haben schon diese leidvolle Erfahrung machen müssen und darum trau ich mich, es anzuprechen. Manche Dinge kann man sich halt nicht schönreden, die muss man akzeptieren. Fakt ist, ich sags nun ohne Umschweife, also aufgepasst, dass ist nichts für schwache Gemüter. Ich bin aus meiner Lieblingsjeans rausgewachsen. Und das schon eine ganze Weile.
So, nun ist es raus. Fühle ich mich nun besser? Nicht wirklich. Aber wenn wir schon mal beim Thema sind, kann ich auch gleich zugeben, dass ich mir wahrhaft eingeredet habe, irgendwann wieder hineinzupassen. Jetzt, ein paar Jahre später, weiß ich, dass ich damit Unrecht behalten habe. Hey, nicht lachen, denken wir lieber darüber nach, was nun aus meiner Hose werden soll. Ausrangieren? Wegschmeissen? Verschenken? Verbrennen? Zerreißen? Kommt gar nicht in Frage. Das ist schließlich nicht irgendeine Jeans, das ist meine Jeans und darum habe ich beschlossen, mir ein Andenken zu nähen. Für alle, die ebenfalls ausrangieren und sich nicht trennen können, ist das vielleicht ein Weg, ein Teil der Jeans trotzdem weiterhin zu tragen. Und so geht’s:

      Du benötigst:

  • eine Jeanshose

  • Material für das Innenfutter

  • Gurtband

  • Schieber, D-Ring oder einen Karabiner

  • Webband oder Reststoff zum Verzieren

  • kleinen gebastelten Anhänger zum Verzieren

  • Trickmarker, Kreidestift

  • Stündchen Zeit

  • Jeansnadel für die Jenas u. Eventuell eine Universal Nadel fürs Futter

  • Nähgarn, Nadeln und was sonst noch so anfällt an Nähutensilien

Schritt 1:

das hintere Hosenbein komplett ausschneiden (links im Bild)
und die Seiten begradigen (rechts im Bild)

Schritt 2:

Die erhöhte Seite so einschlagen, dass es eine gerade Fläche wird und fixieren (linkes Bild).
Anschließend mit ein paar Stichen festnähen (rechtes Bild).

Schritt 3:

Damit aus der Jeans eine Tasche wird, muss man sie unterteilen: Am besten ein paar Mal umschlagen, bis dir der Ausschnitt der Sichtseite zusagt. Nun Maße nehmen. Bei mir waren es 25 cm und ich entschied mich für eine Tiefe von 5 cm. Damit der Rand unten umgeschlagen werden kann, nahm ich noch mal 2 cm dazu.

Für die beiden Seitenteile, ich gehe von meinen Maßen aus, brauche ich für die Tiefe 5 cm, plus eine Nahtzugabe von 1 cm (rechts und links), was eine Breite von insgesamt 7cm ergibt. Bitte markiere dir die Nahtzugabe an beiden Seiten mit einem Kreidestift.

Die Höhe errechnet sich aus meiner Wunschlänge von 25 cm, 1 cm für die Nahtzugabe unten und 2 cm zum Umschlagen.

Wenn du eine andere Länge nehmen solltest, dann achte einfach darauf, dass Vorder- und Rückseite gleichlang sind (wie in meinem Beispiel beschrieben).

Schritt 4:

die unteren Ränder alle mit einem ZickZack Stich versäubern

Schritt 5:

Von meinen Maßen ausgehend mit dem Trickmarker eine Hilfslinie bei 24cm anzeichnen. (bei anderer Länge, die Länge der Vorderseite, abzüglich 1cm Nahtzugabe nehmen). Ein Seitenteil mit der rechten Seite auf die rechte Seite der Hose legen. Nun mit dem Geradstich von Nahtzugabe bis Nahtzugabe das Seitenteil annähen (siehe rechts im Bild).

Schritt 6:

Das zweite Seitenteil gegenüber genauso annähen. Nun die Längsseite des ersten Seitenteils an die Längsseite der Jeans legen (wird in Pfeilrichtung nach oben geklappt).

Schritt 7:

Die 2 cm, die oben überstehen, umschlagen und mit einer Klammer oder Nadel fixieren. Anschließend die abgesteckte Fläche mit einem Geradstich zusammennähen.

Schritt 8:

Mit dem zweiten Seitenteil genauso verfahren (links im Bild). Nun die Rückseite der Jeans in Pfeilrichtung umschlagen und die beiden Seitenteile mit den Längsseiten zusammennähen. Den Rand am Ende der Jeans nach innen umschlagen. (rechts im Bild)

Schritt 9:

Alle Nähte noch mal mit dem ZickZack Stich versäubern

Schritt 10:

Die Ecken ganz nah an der Naht quer abschneiden.

Schritt 11:

Tasche umstülpen und mit ein paar Laschen von der Jeans versehen.

Schritt 12:

Nachdem die Laschen angenäht sind und ein passendes Futter in Maße der Tasche genäht ist, wird das Futter in die Jeans gesteckt, so dass die linke Seite auf der linken Seite liegt. (links im Bild) Anschließend das Gurtband mit einem Schieber und Karabiner versehen. Ein kürzeres Stück Gurtband mit einem D-Ring befestigen (rechts im Bild). Wenn das Gurtband nicht aus Baumwolle ist, müssen die Enden mit dem Feuerzeug verschmolzen werden, damit sie nicht aufreißen.

Schritt 13:

Nun die beiden Gurtbandenden jeweils zwischen Jeans und Futter stecken und einmal rundrum alles miteinander festnähen.

Schritt 14:

Ich habe noch ein Stück Stoff zur Zierde für eine Gürteloptik genäht und einen kleinen Wichtel angehangen, der farblich so schön zur Jeans passte.